Kunst – Leben – Meditation

Mein Angebot, das in Go Balanced® zusammengefasst ist, zielt darauf ab, dass Sie die drei Bereiche Kunst – Leben – Meditation wie die drei Seiten eines 'Ganzen' erleben.

Der oestliche Kunstbegriff:

Der oestliche Kunstbegriff sucht als erstes nicht die Darstellung des Individuellen, sondern des Allgemeinen, das sich durch das Einzelne oder das Individuelle ausdrueckt.

Taiji und Qigong sind Bewegungskuenste aus China. Sie uebersetzen Gesetzmaeßigkeiten aus der Natur in Koerperbewegung und in symbolische Bilder. (Siehe auch den Text zu Taiji). So wird unser Naturverstaendnis in Hinsicht auf ein einfaches, meditatives Da-Sein in der Natur verfeinert und entwickelt. Bewegung wird in eine Stilleuebung integriert. Da der Mensch ein natuerliches Wesen ist, koennen durch diese Rueckbindung Heilungsprozesse in Gang gesetzt werden, die unter anderem Nervositaet und Stress abbauen helfen.

Der Taiji-Weg hat also auch Einfluss auf das Lebensgefuehl des Praktizierenden – auf seine Beziehung zur Natur, zu sich selbst und zu den Mitmenschen. Die meisten Krankenkassen haben diesen Zusammenhang inzwischen erkannt, sie unterstützen ihre Versicherten, indem sie anteilig Kursgebuehren uebernehmen.

Die Ferien und Kurzurlaube, die ich anbiete, finden in Naturraeumen statt (z. Bsp. am Meer), die ein verfeinertes Spueren und Wahrnehmen der Bewegungsablaeufe unterstuetzen. Die in den Wintermonaten in den Kursen eingeuebten Bewegungsmuster werden sozusagen losgelassen in die große Bewegung der Schoepfung hinein…

Kunstentwicklung im Westen

Ich habe Philosophie studiert und in der europaeischen Kunstgeschichte promoviert. Besonders angezogen hat mich auch hier die symbolische Kunst und wie sie sich durch die Jahrhunderte hindurch entwickelt hat. Hierüber werde ich Ihnen hier keinen Vortrag halten, ich moechte aber kurz darstellen, in welcher Weise ich Werke der Kunstgeschichte gerne mit Ihnen besichtigen / betrachten moechte (bsp.weise im Rahmen meines Ferienangebotes).

Die Art der Betrachtung richtet sich nach ihrem Gegenstand.

Bildende Kunst bis zum Spaetmittelalter ist zumeist christliche Kunst. Das heißt, sie möchte den Betrachter mit einer Wirklichkeit konfrontieren, die – mit dem christlichen Glauben gesprochen – zwar die Realitaet von uns allen bestimmt, die aber mit unseren aeußeren Sinnen nicht direkt wahrnehmbar ist. Kunst bleibt hier eine Sprache des Glaubens und zwar von der Seite her, dass sie einerseits die Wirklichkeit des „Ganz-Anderen", die Wirklichkeit „Gottes", die „himmlische" Wirklichkeit zum Thema hat, andererseits weiß sie eben aus ihrem Thema heraus, dass sie das Ziel (die Abbildbarkeit dieser Wirklichkeit) verfehlen wird. Sie vermag jedoch Tueren in die 'andere' und doch 'gleiche' Welt zu öffnen.

So sind die Bilder in den Kirchen und die Kirchen selbst symbolische Räume, in denen die Vorstellungskraft der Besucher angeregt und fokussiert werden soll hin auf die „ganze" Wirklichkeit. Freilich kann diese Wirkung nicht – oder meistens nicht – erfolgen, wenn es sich um einen distanzierten Betrachter handelt, der keine Beziehung hat zu den Symbolen, die ihm dort begegnen. Ich moechte daher in den Ferienangeboten vorbereiten auf solche Besuche. Dies kann schon auch im Vermitteln von einigem Wissenswertem sein, vor allem aber soll die Vorbereitung eine innere Bereitung auf die symbolischen Räume hin ermöglichen. Das Angebot zur Meditation, welches das Taijiprogramm und die Stilleübungen ergänzt, wird der Raum sein, in dem jene Vorbereitung moeglich ist.

Die Moderne

Seit der Aufklaerung hat sich der Kunstbegriff im Westen veraendert, beziehungsweise – man kann sagen - er ist „vielspuriger" geworden. Das Individuum wird wichtig, die Kuenstlerpersoenlichkeit, auch das Genie. Der Künstler tritt als „Creator", als „Schoepfer" auf die Bühne, sein Empfinden angesichts der großen und kleinen Fragen des Menschen (seiner Zeit) steht im Brennpunkt seines Schaffens. Kunst kann jetzt auch zur Gesellschaftskritik werden (Bsp.: Romantik, Expressionismus, Neue Sachlichkeit), sie schockt womoeglich unsere Wahrnehmung und damit unsere Sinne (Bsp.: Vasarely, Konkrete Kunst), sie ist unter Umstaenden politisch (Bsp. russischer Konstruktivismus), sie überträgt philosophische Weltanschauungen ihrer Gegenwart in Bilder (Bsp. Surrealismus, dt. Symbolismus 1870-1930).

Gleichzeitig wird die Vorstellung, dass die Welt/die Schoepfung einer verborgenen Ordnung folgt, immer häufiger ersetzt bzw. demoliert durch die Auffassung, dass nicht die Ordnung, sondern das Chaos lebensstiftend sei. Befreiung aus gesellschaftlichen Zwaengen, aber auch die Befreiung von 'Gott', scheint gerade auf der Grundlage dieser Vorstellung von Welt zu gelingen (Bsp. Nietzsche).

'Der Kuenstler' zeigt uns also die Welt aus seinen Augen - er erschafft Wirklichkeit. Oft fordert er mit diesem Anspruch zugleich einen totalen Freiheitsbegriff, eine Losloesung von allen unseren Vorstellungen, damit wir - sozusagen bar jeder Bilder - frei sind für (s)ein Bild von „Welt" und „Wirklichkeit". Dies ist auch dann der Fall, wenn die Bilder gerade die „Leere" oder das „Nichts" zum Thema haben (Bsp. Marc Rothko). Wir als Betrachter stellen uns dieser „Wirklichkeit" dann gegenüber. So beschäftigen wir uns auch mit uns selbst. Unsere persoenlichen Vorstellungen und Lebensgefuehle werden angesprochen, sie treten in Kommunikation mit dem, was wir sehen. Fragen kommen auf, wie: Ist der Freiheitsbegriff des Kuenstlers auch der meinige? Wo erkenne ich mich wieder in seinen Bildern, wo bleiben mir diese Bilder fremd?

Werke der Moderne und Postmoderne moechte ich mit Ihnen betrachten, im Gespraech mit den philosophischen Ideen die dahinter stehen, im Gespraech mit den Lebensentwürfen des 19. und 20. Jahrhunderts. Dadurch kommen wir in Austausch mit unserer eigenen Zeit, wir entdecken verschiedene Formen von 'Zeitgeist' und womoeglich erkennen wir auch Revolten Einzelner gegen diesen 'Geist'.

 
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